
Frankenau – In ihrer Frühjahrssynode als konstituierender Sitzung haben am Wochenende die Delegierten aus 28 Kirchengemeinden und Gesamtverbänden des evangelischen Kirchenkreises Eder ihren neuen Kirchenkreisvorstand gewählt. Als Präses der Synode wurde einstimmig Gabriela Peter-Berthold, Psychotherapeutin aus Bad Wildungen, ernannt, die ihre Position mit Pfarrer Hubertus Marpe (Bad Wildungen) als künftigem Stellvertreter lediglich tauscht. Ihm wurde für seine fünfjährige Amtszeit als Präses an der Spitze des Kirchenparlamentes in der vorigen Legislaturperiode gedankt. Die erste Sitzung der Kirchenkreissynode Eder nach Neuwahlen der Kirchenvorstände in den Gemeinden war trotz abnehmender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel deutlich geprägt von Aufbruchstimmung, dem „Blick nach vorn, Freude an einer neuen Zusammenarbeit und Finden neuer Ansätze“, wie Dekanin Petra Hegmann (Frankenberg) formulierte.
Sie hatte zu Beginn in der Kellerwaldhalle Frankenau die neu gewählte Kreissynode als demokratisch verfasstes Parlament beschrieben, das den Rahmen vorgibt für Arbeit und Ausrichtung des Kirchenkreises Eder, und über die Situation der Gemeinden mit derzeit 34 Pfarrstellen für 37.300 Gemeindemitglieder und für Menschen, die im Bereich der Kurorte und Ferienregion auf Zeit anwesend sind, informiert.
Während Gemeinden früher in kleinen „Kirchspielen“ organisiert waren, gebe es im Kirchenkreis jetzt fünf „Kooperationsräume“ mit je einer Verwaltungsassistenz und einer Jugendreferentin, insgesamt sieben, sowie einem Diakon in Edertal mit Angeboten für neue Zielgruppen und der Stärkung von Ehrenamtlichen. Als weiteren Schwerpunkt nannte die Dekanin die Kirchenmusik mit Bezirkskantor Nils-Ole Krafft (Frankenberg) und Kantorin Annette Fraatz (Bad Wildungen). „Wir arbeiten zunehmend regional vernetzt, weil nicht mehr jede Kirchengemeinde alles vorhalten kann“, sagte Petra Hegmann. Trotz abnehmender Pfarrstellen könnten künftig nicht mehr alle besetzt werden, weil der Nachwuchs fehle. Das erfordere stärkere Schwerpunktbildung und die „Fähigkeit zu tragfähigen Kompromissen, Herausforderung und Chance zugleich“, wie sie überzeugt sei.
Der Gebäudeplan für den Kirchenkreis Eder, der die Vorgängersynode zu schwerwiegenden Einschränkungen und Veränderungen bei ihren Immobilien gezwungen hatte, stand mit einer geringfügigen Änderung gleich in der ersten Tagung auf der Tagesordnung: Das bisher im zuweisungsberechtigten Teil des Gebäudeplans als Standort für die Jugendarbeit vorgesehene Pfarrhaus Bergheim wurde ersetzt durch das Pfarr- und Gemeindehaus Affoldern, da es das umfassendere Raumprogramm für die Jugendarbeit biete und günstiger instandzusetzen sei. Der Beschluss erfolgte dazu einstimmig. „Wir stehen mit der Umsetzung bereits in den Startlöchern“, hatte Dekanin Hegmann im Änderungsantrag erläutert.
Mit einer Andacht, in der Pfarrerin Sarah Bornscheuer (Frankenberg) die Delegierten mit „Vertraut auf neue Wege!“ ermutigte, war die Kreissynode eröffnet worden. Als Vertreter der Nationalparkstadt Frankenau hieß Erster Stadtrat Rainer Lange das Kirchenkreisparlament am Tag des kalendarischen Frühlingsbeginns „als Zeichen des Neubeginns“ herzlich willkommen.
In der konstituierenden Sitzung der Synode im evangelischen Kirchenkreis Eder, in die 78 Mitglieder als Delegierte gewählt worden sind, zeichnete sich bei allen Beschlüssen zur Besetzung des Kirchenkreisvorstandes und der Ausschüsse, weil gut vorbereitet, Einmütigkeit und Bereitschaft zum Engagement ab. Eine der nominierten Kandidatinnen, Karola Emde (Waldeck), nutzte ihre Vorstellung zum Appell zum weiteren Zusammenwachsen der Gemeinden in den Waldeck-Frankenberger Kooperationsräumen. „Kirche ist Heimat, Glauben Macht Spaß, getragen werden wir dadurch alle!“ sagte sie.
Gewählt wurden in den Kirchenkreisvorstand als geistliche Mitglieder die Pfarrer Hubertus Marpe (Stellvertreter Christof Harge), Andreas Schütz (Andrea Hose-Opfer) und kraft Amtes Dekanin Petra Hegmann. Als ehrenamtliche Mitglieder wurden Nora Born, Karola Emde, Andreas Böhle und in ihrer Rolle als Präses Gabriela Peter-Berthold benannt. Als Stellvertreter wählte die Synode Norbert Strippel, Heinrich Klein, Gitta Schäfer und Horst Debus.
Dem Bauausschuss des Kirchenkreises gehören künftig an Christian Döhler, Christof Hartge, Hubertus Marpe und Peter Sauer. In den Finanzausschuss wurden gewählt Peter Materna, Reiner Lutsch, Sabine Schluckebier, Susanne Alvermann, Frank Lohrmann, Pfarrerin Jalena Kaletta, Karin Diel sowie als Vertreterinnen Marina Pleger und Pfarrerin Marie-Christine Weidemeyer. Im Jugendausschuss werden Ev Möller, Louisa Ritter, Annette Benner-Blackert und Maren Franke mitarbeiten.
Dem Kirchenmusikalischen Ausschuss gehören künftig an Martina Leifels, Rahel Kohl, Sandra Röhner, Nils-Ole Krafft, Heidrun Maurer, Ursula Nobiling, Matthias Müller und Frank Hoffmann. Als Bildungsausschuss wurden die drei Pfarrer Dr. Nils Ritter, Sarah Bornscheuer und Jörn Rimbach gewählt. Im Ausschuss für Umwelt und Energie beraten Eva Baumann und Valerie von der Kraan.
Der Kirchenkreis Eder pflegt zwei Partnerschaften zu einer Kirche in Ost-Java in Indonesien, für die künftig Heidi Havel, Manfred Albus, Kerstin Hartge, Ronny Rimbach und Helena Daude zuständig sein werden, und zur Lutherischen Kirche Borwa I in Südafrika. Dieser Partnerschaftsausschuss besteht aus Elke Mitze, Ulrike Ritter, Gunhild Armand, Horst Schiffner, Petra Heinl-Müller, Siglinde Bastet, Bianca Minnich, Sinja Ludwig-Wenzel, Harald Wahl, Katja Holzapfel-Weller, Matthias Müller und Horst Rikus.
Die nächste Tagung der Kreissynode mit Beratung des Haushaltsplanes 2026/27 soll am 30. Mai in Frankenberg stattfinden.